Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 192503
Datum der Veröffentlichung : 3/9/2018 4:29:00 PM
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Die Intrigen des Teufels

Freitagsansprache von 09.03.2018
von Hujjat ul-Islam Ansari

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Zunächst möchte ich mich und alle Betenden dazu aufrufen, den Weg der göttlichen Tugendhaftigkeit einzuschlagen.

Der Mensch kann nur durch seine Tugenden die Intrigen des Teufels abwehren. Der Teufel versucht immer wieder, den Menschen zu verführen – und dafür setzt er alles ein, was er nur kann. Die Methoden des Teufels sind unterschiedlich, und im Koran werden sie als „die Schritte des Teufels“ bezeichnet. Dort heißt es in Surah Baqara Vers 168:

„und folgt nicht den Fußstapfen des Satans! Er ist euch ein deutlicher Feind.“[1]

Diese Bezeichnung wird vier Mal im Koran wiederholt und das Wort „Fußstapfen“ wird in der Mehrzahl erwähnt. Damit soll verdeutlicht werden, dass der Teufel Schritt für Schritt und Stufenweise seine Pläne durchsetzt. Wenn wir uns die Definitionen, die der Koran für den Teufel benutzt hat, genauer anschauen, werden wir sehen, welche Methoden der Teufel hat, um die Menschen zu verführen. An einer anderen Stelle sagt der Koran in Surah al-Isra Vers 62:

„(der Teufel sagt:) […] werde ich seiner Nachkommenschaft bis auf wenige ganz gewiß die Zügel anlegen."[2]

Und auch in Surah Al-Nisa Vers 119:

„und ich werde sie ganz gewiß in die Irre führen und ganz gewiß in ihnen Wünsche erwecken.“[3]

Weiterhin sagt der Koran ín Surah Sad Vers 82:

„Er (der Teufel) sagte: "Nun, bei Deiner Macht, ich werde sie allesamt ganz gewiß in Verirrung fallen lassen.“[4]

Erst wenn wir die Methoden des Teufels kennen, können wir sie auch abwehren.

Einer der Methoden des Teufels ist, dass er die Sünden als unwichtig darlegt. Der Prophet des Islams (s.) sagte: „Meidet kleine Sünden, denn sie werden aufgehäuft, bis sie den Menschen zerstören.“[5]

Ein weiterer Weg ist Hass und Feindschaft. Der Koran sagt in Surah Ma-ida in Vers 91:

„Der Satan zwischen euch nur Feindschaft und Hass säen“[6]

Hass ist einer der effektiven Methoden des Teufels. Überlieferungen besagen, dass Hass die Mutter alles Verwerflichen ist. Wenn Hass aufkommt, dann bricht man die Kontakte ab, man beginnt hinter anderen Leuten zu lästern, Schlechtes zu erzählen und misstrauisch zu sein.

Es ist sehr zu empfehlen, dass wir im „Qonut“[7] in unseren täglichen Gebeten folgenden Ausspruch aus der Surah al-Hashr Vers 10 verinnerlichen:

„und lasse in unseren Herzen keinen Groll sein gegen diejenigen, die glauben!“[8]

Es ist nicht gut, dass ein Gläubiger, gegenüber einem anderen Gläubigen Groll empfindet. Eines Tages kam jemand zu Imam Sadiq (a.), während auch einer der Nachkommen von Imam Hassan (a.) anwesend war. Der Mann hatte eine unlogische Bitte an den Imam. Als der Imam dieser Bitte nicht nachging, beschimpfte der Mann den Imam und ging. Am nächsten Tag sah man, wie Imam Sadiq (a.) vor der Tür des Mannes wartete. Als man ihn fragte, warum er hier stehen würde, sagte der Imam (a.): „Ich warte, bis er herauskommt, damit ich, falls irgendwelcher Groll entstanden sein sollte, ich ihn beheben kann.“

Man sieht, dass, obwohl der Mann anfing zu beschimpfen und von selbst gegangen war, Imam Sadiq (a.) am nächsten Tag zum Haus des Mannes ging, um sich zu versöhnen, damit der Kontakt nicht abbricht. Es kann sein, dass ein Verwandter oder Bekannter ein ungläubiger und sündiger Mensch ist, und der Kontakt mit ihm sich auf die Familie negativ auswirkt. Man sollte daher den Kontakt mit solchen Menschen einschränken, aber dennoch nicht abbrechen. Leider kommt es aber oft vor, dass es wegen Kleinigkeiten zwischen Gläubigen, Moscheefreunde, Vater und Sohn, und zwischen zwei Brüdern zu Verdruss kommt, und der Kontakt abbricht. Dies ist aber nicht der Weg des Islams. Imam Sadiq (a.) versöhnte sich mit diesem Mann, damit in dem Herzen des Mannes kein Hass bleibt.

Dies war die Lebensweise des Propheten und seiner reinen Nachkommenschaft. Imam Sadjad (a.) sagt in „Sahife Sadjadiye“, in dem „Makarim al-Akhlaq-Gebet“: „Gott gebe mir die Kraft, denjenigen in Ehren zu halten, der über mich gelästert hat; demjenigen Gutes zu tun, der mir unrecht angetan hat; und die Fehler der anderen zu verdecken und deren Tugenden zu verkünden.“

Wir müssen darauf achten, dass der Teufel uns nicht in so eine Versuchung bringt. Wehe dem, der Klatsch und Tratsch verbreitet, Streit anfacht und der Feuer das der Missgunst schürt. Es ist unsere Pflicht, dass wir das Geheimnis derer, die sich uns anvertrauen und uns um Rat fragen, für uns behalten. Der Islam ruft zu Versöhnung untereinander auf.

Eine weitere Methode des Teufels ist die Einflüsterung was als Waswasa bekannt ist. Eine übertriebene Genauigkeit beim Beten, in Reinheit und Unreinheit, und andere Übertreibung sind allesamt schlecht. Um diese satanischen Versuchungen zu bekämpfen, sollte man die Suren al Falaq und an-Nas rezitieren. Auch das zeitige Verrichten des Morgen- und Nachtgebets ist für die Bekämpfung der satanischen Versuchungen sehr hilfreich.

Der Teufel rechtfertigt und verschönert die Sünden. Wir sollten nicht unsere Fehler und Sünden rechtfertigen. Wenn wir einen Fehler oder eine Sünde begehen, sollten wir dafür nicht eine Ausrede suchen und uns somit selbst belügen. Gott ist unser inneres und äußeres nicht verborgen. Im Koran wird erzählt, wie er ihnen befohlen hatte, nicht am Samstag zu fischen, und sie stimmten zu. Dann gingen sie zum See und errichteten kleine Becken neben dem See und leiteten die Fische in diese Becken, und sagten sich: „Wir haben am Samstag doch nicht gefischt! Wir haben nur die Fische umgesiedelt.“ Am Sonntag fischten sie dann die Fische aus den Becken, und sagen: „Gott hat das Fischen am Samstag verboten, und wir haben am Samstag nicht gefischt, sondern am Sonntag.“ Wisst Ihr, wer aus der Sicht des Korans am armseligsten ist? So heißt es in Surah al-Khaf in Vers 103 bis 104:

Sag: Sollen Wir euch Kunde geben von denjenigen, die an ihren Werken am meisten verlieren, deren Bemühen im diesseitigen Leben fehlgeht, während sie meinen, dass sie gut handeln würden?

 Der Teufel verführt uns auch dazu, unsere Arbeiten und Pflichten auf später zu verschieben, umso Gelegenheiten zu versäumen. Man gibt jemandem eine wichtige Aufgabe zu erledigen, und dieser verschiebt es auf eine andere Zeit. Zum Beispiel hat er jetzt die Aufgabe, sein Chums zu geben, und er sagt: später. Er wird aufgerufen, das Gebet zu verrichten, und er sagt: „Jetzt muss ich andere Aufgaben erledigen, das Gebet verrichte ich später.“ Die Zeit vergeht, und die Gelegenheiten schwinden. Manchmal kommen die Gelegenheiten nie wieder. Der Mensch weiß nicht, was in der Zukunft kommen wird. Man sollte sofort Reue zeigen. Hat man versäumte Gebete oder Fastentage nachholen, dann sollte man dies so schnell wie möglich tun. Verschiebt diese Dinge immer weiter nach vorne. Niemand von uns weiß, wann unsere Stunde schlagen wird.

Dies sind die Wege, auf die der Erzfeind des Menschen, der Teufel, alle auf Abwegen bringen will. Der Koran sagt jedoch, wer standhaft ist, den kann der Teufel nicht in Versuchung bringen so sagte Allah in Surah an-Nahl in Vers 99:

„Er hat gewiß keine Macht über diejenigen, die glauben und sich auf ihren Herrn verlassen.“[9]

Gott möge uns alle die Kraft geben, den Teufel zu bezwingen.

 



[1]  وَلَا تَتَّبِعُوا خُطُوَاتِ الشَّيْطَانِ ۚ إِنَّهُ لَكُمْ عَدُوٌّ مُّبِينٌ, al-Baqara, Vers 168

[2] لَأَحْتَنِكَنَّ ذُرِّيَّتَهُ إِلَّا قَلِيلًا, al-Isra, Vers 62

[3] وَلَأُضِلَّنَّهُمْ وَلَأُمَنِّيَنَّهُمْ, Al-Nisa, Vers 119

[4] قَالَ فَبِعِزَّتِكَ لَأُغْوِيَنَّهُمْ أَجْمَعِينَ, Sad, Vers 82

[5] ایّاكم و الُمحقّرات من الذّنوب فإنها تجتمع على العبد حتى تهلكه, Osule Kafi, Band 2, S. 288

[6] يُوقِعَ بَيْنَكُمُ الْعَدَاوَةَ وَالْبَغْضَاءَ, al-Ma´ida, Vers 91

[7] قنوت

[8] وَلَا تَجْعَلْ فِي قُلُوبِنَا غِلًّا لِّلَّذِينَ آمَنُوا, al-Hashr, Vers 10

[9] إِنَّهُ لَيْسَ لَهُ سُلْطَانٌ عَلَى الَّذِينَ آمَنُوا وَعَلَىٰ رَبِّهِمْ يَتَوَكَّلُونَ, an-Nahl, Vers 99


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