Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 191358
Datum der Veröffentlichung : 1/6/2018 10:51:00 AM
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Der Prophet des Islams, ein Vorbild


Freitagsansprache von 17.11.2017
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.


Der Prophet des Islams, ein Vorbild

 Der Jahrestag des Dahinscheidens des erhabenen Propheten des Islams (gegrüßet sei er) veranlasst uns, uns mit seiner einmaligen Persönlichkeit zu befassen, und einige wichtige Punkte über seine Rolle als ein Idol zu nennen.

 Prophet des Islams im Koran

Der Koran weist auf die Rolle des Propheten (gegrüßet sei er) als Idol hin und sagt: „Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.“[1]

Einer der wichtigsten Auswirkungen der Tradition und Erziehungsmethoden des Propheten (gegrüßet sei er) unter den Ignoranten seiner Zeit war, dass er es schaffte, unterschiedliche Menschen um sich zu sammeln, und sie richtig rechtzuleiten. Diese Methode der Liebe und Güte des Propheten (gegrüßet sei er) hatte eine tiefgreifende Wirkung bei der Rechtleitung der verschiedenen Menschen. Der Grund für diese Veränderung ist, weil er mit seiner erhabenen und hohen Stellung versuchte, den Menschen Ehrlichkeit und Güte zu lehren. Aus diesem Grund tat er das, was der Logik, der Natur und den Idealen der Menschen entsprach. Er rief auch die Menschen zu solchen Taten auf, und die Menschen aller Zeiten hielten sich an diese Vorgehensweisen, denn er selbst hielt sich an diese Tugenden. So eine Persönlichkeit war in der Lage, die Führerschaft des Volkes zu übernehmen, und die Herzen zu erobern. Aus diesem Grund sagt Imam Ali (gegrüßet sei er) über die Rolle des Propheten (gegrüßet sei er) als Idol: „In Allahs Gesandten (s.) lag wahrlich für dich ein hinreichendes Vorbild und ein Hinweis auf die Missbilligung des Diesseits und seiner Makel, seiner vielen Schändlichkeiten und Übel.“[2]

Neue Sichtweise der islamischen Mystik über die Welt

Der Mensch muss seine Sichtweise über die Welt und des Jenseits ändern und erkennen, was Grundlegend ist und was nebensächlich. Der Prophet des Islams (gegrüßet sei er), die höchste Persönlichkeit des Islams, bezeichnet die Welt als mangelhaft und fehlerhaft, und ist der Ansicht, dass die Menschen die Welt nicht als die Grundlage ihres Lebens annehmen sollten – sondern im Gegenteil, alles, was auf der Welt existiert, soll der Menschheit dienen. Die Verbundenheit zur Welt bringt viel Unrat und Untugenden mit sich. Aus diesem Grund sagt man auch, wenn die Welt und Reichtum – ohne die Wahrung der Würde der Menschen und Hilfe an sie – eine Tugend wäre, dann würden die Propheten, und allen Voran der Prophet des Islams (gegrüßet sei er), die reichsten Menschen in materieller Hinsicht. Doch Studien über das Leben des Propheten zeigen, dass dies nicht der Fall war. Historische Dokumente belegen, dass dieses heilige Wesen alles, was er besaß ausgab, um die Armut zu bekämpfen. Diese Tugend muss für alle ein Vorbild sein, und ein jede sollte sein Reichtum zu diesem Zweck einsetzen.

Einige Tugenden des Propheten

Der Prophet (gegrüßet sei er) hatte bei seinem Verhalten stets diese wichtige Lehre vor den Augen, dass alle Menschen die Diener Gottes sind, untereinander Demut haben müssen und ehrlich leben sollten. Imam Ali (gegrüßet sei er) sagte über einige Tugenden des Propheten (gegrüßet sei er): „Er saß auf dem Boden und nahm auch dort seine Mahlzeit zu sich, er saß wie die anderen Diener Gottes und zeigte niemals Stolz und Egoismus. Er erledigte seine Arbeiten selbst, ohne die anderen damit zu belästigen. Er flickte sogar seine Schuhe selbst. Auch seine Kleidungen flickte er selbst. In anderen Angelegenheiten handelte er genauso. Er hatte kein bisschen Gefühl der Zugehörigkeit zum Weltlichen in seinem Herzen. Er lehnte es ab, dass man Schmuck vor ihm trug, womit sie sich schmückten. Die Welt war für ihn kein Platz zum Bleiben, und man sollte nicht darin verweilen.“[3]

Der Prophet (gegrüßet sei er) nahm das Gebet besonders ernst. Sein Liebesgeflüster war so, das beim Gebet und während er seine Stirn auf den Boden legte, und die Gebetsrituale mit so einer Liebe und Hingebung verrichtete, dass es auch seine Gefolgschaft beeinflusste. Diese verrichteten die Gebete so, dass Imam Ali über sie sagte: „und verbrachten die Nacht in Niederwerfung und stehend (im Gebet). Sie wechselten (bei der Niederwerfung) zwischen ihrer Stirn und Wange.“[4]

Der Prophet (gegrüßet sei er) und seine Gefolgschaft glaubten sehr an die Wiederauferstehung. „In der Erinnerung an ihre Rückkehr (zu Allah) standen sie wie auf glühender Kohle. Als ob zwischen ihren Augen (der Druck durch) die Knie von Ziegen wären durch die Länge ihrer Niederwerfungen! Wenn Allah erwähnt wurde, schwammen ihre Augen in Tränen, bis ihre Hemden feucht waren. Sie zitterten vor Furcht vor der Strafe (Allahs), wie die Bäume an einem stürmischen Tag zittern sowie vor Hoffnung auf die Belohnung!“[5]

Schlusswort

In der Politik des Propheten (gegrüßet sei er) gab es so etwas, wie Betrug, Übergriff und Niederwerfung vor dem Tyrannen nicht. Der erhabene Prophet (gegrüßet sei er) war stets bemüht, die Gerechtigkeit, in seiner genauesten Weise, in der Gesellschaft umzusetzen, damit niemand benachteiligt wird. Denn der Prophet (gegrüßet sei er) erschuf mit seiner gütigen und nachsichtigen Weise, eine tiefgreifende und Veränderung und Revolution im Geist seiner Gefolgschaft. Heute können wir von denselben Lehren und Erziehungsmethoden des Propheten des Islams (gegrüßet sei er) diese geistige und spirituelle Veränderung nutzen, und die Menschheit rechtleiten. Heute ist es die Aufgabe aller Menschen, Ketzerei zu bekämpfen und sich von Extremismus zu distanzieren. Wir müssen uns den Propheten (gegrüßet sei er) zum Vorbild nehmen, und das Verantwortungsbewusstsein in der Gesellschaft verbreiten, um die Probleme in der Gesellschaft zu beheben.

Es ist an alle Muslime, je nach ihren Kompetenzen, sich für die Umsetzung einer islamischen Gesellschaft einzusetzen.



[1]  لَّقَدْ كَانَ لَكُمْ فِي رَسُولِ اللَّـهِ أُسْوَةٌ حَسَنَةٌ لِّمَن كَانَ يَرْجُو اللَّـهَ وَالْيَوْمَ الْآخِرَ وَذَكَرَ اللَّـهَ كَثِيرًا; al-Ahzab, Vers 21

[2] و لَقَد كانَ في رَسولِ اللّه(ص) كافٍ لَكَ فِي الاُسوَةِ، و دَليلٌ لَكَ عَلى ذَمِّ الدُّنيا و عَيبِها, Nahdschulbalaqe, 160. Predigt

[3] فَأَعرَضَ عَنِ الدُّنيا بِقَلبِهِ، وأماتَ ذِكرَها مِن نَفسِه، و أحَبَّ أن تَغيبَ زينَتُها عَن‏ عَينِه‏، لِكَيلا يَتَّخِذَ مِنها رِياشاً، ولا يَعتَقِدَها قَراراً، ولا يَرجُوَ فيها مُقاماً, Nahdschulbalaqe, ebenda

[4] و قَد باتوا سُجَّداً و قِياماً؛ يُراوِحونَ بَينَ جِباهِهِم و خُدودِهِم, Nahdschulbalaqe, 97. Predigt

[5] وَ يَقِفُونَ عَلَى مِثْلِ الْجَمْرِ مِنْ ذِكْرِ مَعَادِهِمْ كَأَنَّ بَيْنَ أَعْيُنِهِمْ رُكَبَ الْمِعْزَى مِنْ طُولِ سُجُودِهِمْ إِذَا ذُكِرَ اللَّهُ هَمَلَتْ أَعْيُنُهُمْ حَتَّى تَبُلَّ جُيُوبَهُم, ebenda


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